Zwischen 1843 und 1855 nach Plänen Friedrich August Stülers errichtet, stellt das Neue Museum ein Hauptwerk der Kunst-, Museums- und Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts dar.
Schwere Zerstörungen erlitt das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg bei massiven Bombeneinschlägen. In den folgenden vierzig Jahren blieb die Kriegsruine den schädlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt - eine erste Notsicherung erfolgte erst in den 1980er Jahren. Als Ergebnis eines internationalen Realisierungswettbewerbs erhielt der britische Architekt David Chipperfield 1997 den Auftrag, das Museumsgebäude wieder instand zu setzen. Die Bauarbeiten begannen 2003. Unter Beachtung hoher denkmalpflegerischer Auflagen galt es, dem seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bau wieder authentischen Glanz zu verleihen. Dieser Herausforderung begegnete der Architekt mit einer bravourösen Einbettung des Museumstorsos in die Architektursprache unserer Zeit.
Die üppige Fülle von Stülers spätem Klassizismus und Historismus tritt nun in einen reizvollen Dialog mit der strengen Formensprache Chipperfields. Die verlorenen Räume und Gebäudeteile wurden strukturell wiederhergestellt, ohne die historische Vorlage zu imitieren. Bei der Restaurierung wurden Fassade und Innenräume behutsam konserviert und dabei die Spuren am Denkmal respektiert. Das Museum vereint Exponate dreier bedeutender Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin unter seinem Dach.
Im Neuen Museum werden die Sammlungen nicht nur räumlich vereint, sondern auch inhaltlich aufeinander bezogen. Diese sammlungsübergreifende Präsentation von Zeugnissen der materiellen Kultur und schriftlichen Quellen macht die Entwicklung der vor- und frühzeitlichen Kulturen der Alten Welt vom Vorderen Orient bis zum Atlantik, von Nordafrika bis Skandinavien in einer noch nie da gewesenen Breite und Fülle nachvollziehbar.