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Ausstellung

Inta Ruka - the other side of the river

Ausstellungsort
Baukunst Galerie
50668 Köln

Dauer :  - 30.08.2012
 
 
Beschreibung :
Mit „the other side of the river“ eröffnet die Baukunst Galerie am Mittwoch, den 20. Juni eine weitere Ausstellung mit der renommierten lettischen Fotografin Inta Ruka (geb. 1958 in Riga). Im Mittelpunkt ihres fotografischen Schaffens stehen die Bewohner Rigas, die, wie die Künstlerin, „auf der anderen Seite des Flusses“ leben.

Seit über drei Jahrzehnten entstehen unterschiedliche Serien, in denen Inta Ruka auf einfühlsame Weise die Menschen auf dem Land und in der Stadt portraitiert. Dabei richtet sich ihr Augenmerk ausschließlich auf ihre Landsleute. Sie arbeitet mit einer 6 x 6 cm Rolleiflex aus dem Jahr 1937, mit Hilfe eines Stativs und ohne Einsatz künstlicher Lichtquellen.

Die Fotografin trifft die Menschen entweder außerhalb des persönlichen Wohnraums zufällig oder auf der Straße, auf Hinterhöfen oder in Gärten. Mit zunehmender Vertrautheit ändert sich dementsprechend die Umgebung, in der das Portrait entsteht. Das Lebensumfeld der portraitierten Person spielt in den Fotos von Inta Ruka häufig eine wichtige Rolle und lässt gleichzeitig einen Rückschluss auf die persönliche Beziehung zu. Davon unabhängig entscheidet sie sich für ein Ganzkörperportrait, für die Halbdistanz oder für eine Nahaufnahme. So entstehen stark atmosphärische Silbergelatineabzüge im Format 35 x 33 cm. Meistens positioniert sie die Personen in einer geradezu "altmeisterlichen" Manier in der Bildmitte. Trotz der stillen, sitzenden oder stehenden Haltung scheint im Moment des Auslösens noch eine Gesprächssituation stattzufinden.

Der vermeintliche Blick in die Augen des Betrachters und Inta Rukas persönliche Tagebuchnotizen, die sie in der Ausstellung auf die Wand unter die Fotos geschrieben hat, lassen nicht nur Einblicke in die äußere, sondern auch in die innere Welt des Portraitierten zu. Durch ihren sensiblen, zeitintensiven und ruhigen Arbeitsprozess gelingt es ihr auf meisterhafte Weise, die inszenierten Fotografien wie zufällig erscheinen zu lassen. So entstehen Portraits von Obdachlosen und Alkoholikern, aber auch von Kindern, Jugendlichen und Familien. Nie wird Elend oder Armut mit dem direkten Blick eines Boris Michailov dargestellt. Inta Rukas Bilder sind stets von einer humanistischen und respektvollen Haltung gegenüber dem Individuum geprägt, dessen sozialer Status dabei in den Hintergrund tritt.

Schon im Jahr 2000 richtet Inta Ruka ihren Fokus auf die Hauptstadtbewohner, es entsteht die Serie „People I happened to meet“. Sie hat dabei Menschen spontan auf der Straße angesprochen, um sie anschließend vor die Kamera zu bitten. Im Gegensatz dazu steht die Serie „Amalias Street 5a“, in der sie sich mit den Bewohnern eines Quartiers in Riga, das schrittweise renoviert wird, lange beschäftigt und regelmäßig über Jahre hinweg besucht hat. Für einen Sommer wurde sie sogar zu einem Mitglied der Hausgemeinschaft.

In der Ausstellung präsentiert Inta Ruka den Beginn ihrer jüngsten Serie „On the other side of the river“, an der sie seit 2009 arbeitet. In die Konzeption fließen vereinzelt auch ausgewählte Fotos aus den Serien „Amailas Street 5a" und „Neighbours" mit ein. Es wird sichtbar, wie sie sich immer mehr ihrer eigenen soziokulturellen Umgebung nähert. Sie zeigt die Bewohner Rigas, die „auf der anderen Seite des Flusses“ fernab von den renovierten, repräsentativen Bauten und dem Trubel des Tourismus der Hauptstadt wohnen. Für den Betrachter wird deutlich, dass die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung noch lange nicht so weit fortgeschritten ist und die ökonomischen Erwartungen der Bewohner noch nicht erfüllt sind, so wie es das touristische Zentrum Rigas vermuten lässt. Aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln gehen die Renovierungsarbeiten nur langsam voran, eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation ist ins Stocken geraten. Mit ihren Schwarz-Weiß-Fotografien schafft Inta Ruka ein Zeitdokument, das die Stimmung und Situation ihrer Landsleute in der Umbruchszeit von der Unabhängigkeit von Russland (1990) über den Beitritt zur EU (2003) bis heute festhält.

Inta Ruka zählt zu den bekanntesten zeitgenössischen Fotografen des Baltikums. Ihre Fotografien sind im Besitz internationaler Sammlungen und Museen, z.B. der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang in Essen, des Fotomuseums im Stadtmuseum München, der Collection de la Banque privée Edmond Rothschild in Genf und der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. 1999 vertrat sie Lettland auf der 48. Biennale von Venedig. Ihre Werke wurden 1991 bis 1994 auf Ausstellungstourneen in verschiedenen Städten der USA, Kanadas und Europas präsentiert. 2006 und 2007 waren sie im Photography Center Istanbul und in der Barbican Art Gallery in London in der Ausstellung „In the Face of History: European Photographers in the 20th Century” zu sehen. Ein Jahr später wurden ihre Porträts neben Werken von Diane Arbus, August Sander, Cindy Sherman u.a. in der Ausstellung „On the Human Being“ im Centro Andaluz de Arte Contemporáneo in Sevilla ausgestellt. 2008 und 2009 richteten ihr das Moderna Museet in Stockholm und das Latvian National Museum of Art in Riga große Einzelausstellungen aus.
 
 
Öffnungszeiten :
Di-Fr 10-18.30 Uhr
Sa 11-18 Uhr
und nach Vereinbarung
 
Service:
Interaktiver Stadtplan |

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Link: http://www.artnet.com/baukunst.html
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