Jeder kennt Roy Lichtenstein, jeder glaubt ihn zu kennen. Große, bunte Gemälde, gerastert wie Zeitungen, mit Motiven aus Comic und Werbung. Sie ließen den Pop-Künstler als einen dastehen, der auf die Tradition pfeift und sich ausschließlich von seiner Zeit inspirieren lässt. Das ist von der Wahrheit weit entfernt. Doch wer weiß schon, dass sich Lichtenstein sein halbes Leben lang ausgerechnet mit Pablo Picasso auseinandergesetzt hat? Schon der junge Lichtenstein malt nach Vorbildern von Picasso, Georges Braque und Paul Klee, die er, wie er selbst sagt, im Stil eines ?expressionistischen Kubismus? interpretiert.
Später überträgt er auch Werke von Künstlerheroen wie Henri Matisse, Piet Mondrian oder Salvador Dalí in seine eigene Bild-sprache. Bis in die Zeit der Rasterpunkte begleitet ihn Picassos Kunst, die er kurzerhand in einen Pseudo-Comic verwandelt.
Lichtenstein verarbeitet Expressionismus, Futurismus, Bauhaus und Art Déco, aber auch klassische Themen wie den Laokoon. Als die traditionelle Malerei unter dem Ansturm der Massenmedien in die Krise gerät, reagiert er mit seinen ?Brushstrokes?, riesig vergrößerten und stilisierten Pinselstrichen, die symbolisch für das Handwerk der Kunst stehen. Mit seinen ?Perfect? und ?Imperfect Paintings? will er völlig zweckfreie Bilder schaffen. ?Die Idee war, die Linie irgendwo beginnen zu lassen, um ihr dann zu folgen und alle Formen des Gemäldes zeichnen zu lassen.? Bei den ?Perfect Paintings? endet die Linie am Rand der Lein-wand, bei den ?Imperfect Paintings? geht sie darüber hinaus ? ein humorvolles Spiel mit den ?shaped canvases? der sechziger Jahre. Mit rund 100 Exponaten, überwiegend großformatigen Gemälden, wird ein bislang kaum bekannter Lichtenstein sichtbar.
Öffnungszeiten :
Di-So, feiertags 10 - 18 Uhr
jeden ersten Donnerstag im Monat 10 - 22 Uhr
Eintritt :
Ermäßigt 7 €
Gruppen ab 20 Personen 7,50 € pro Person